Unfallheilkunde (Traumatologie): Geschichte
Schlaglichter aus der Geschichte
Chirurgische Eingriffe sind bereits aus der Ur- und Frühzeit bekannt: Da wurden nicht nur Wunden versorgt, sondern auch Schädel mittels Schabung oder Bohrung eröffnet, Brüche behandelt oder geburtshelferische Techniken ausgeübt. Das älteste Dokument, in dem unfallchirurgische Verfahren beschrieben sind (Papyrus Edwin Smith), stammt aus Ägypten und wurde schätzungsweise 3000–2600 vor Christus verfasst. Ganz wie in der modernen Medizin werden darin Verletzungen von Kopf bis Fuß beschrieben und die entsprechenden Behandlungstechniken abgehandelt. In der Antike finden sich zahlreiche weitere schriftliche Beweise, dass die chirurgische Heilkunst seit Urzeiten existiert – ob der Codex Hammurabi aus dem alten Babylon, die altindischen Veden, die Wundbehandlung vor Troja in der Ilias des Homer oder das Corpus Hippocraticum, eine Sammlung medizinischer Texte verschiedener Verfasser von 500–200 v. Chr. Ein antiker Leitspruch hat bis heute Gültigkeit: Der Arzt soll möglichst sicher, schnell und schmerzfrei eingreifen. Das antike Wissen wanderte aus dem alten Griechenland nach Byzanz und Arabien, wurde dort ergänzt und ausgebaut – die Blüte der arabischen Chirurgie lag um 1000 n. Chr. – und gelangte dann wieder zurück ins Abendland.Die Wundärzte des Mittelalters reinigten, nähten und verbanden nicht nur Wunden, sondern renkten Gelenke ein, richteten Knochen, entfernten Splitter, versorgten Amputationsstümpfe und desinfizierten Schusskanäle mit siedendem Öl. Selbst die Schmerzen konnten gemildert werden: feuchte “Schlafschwämme” mit Auszügen aus Mohnsaft, Bilsenkraut, Stechapfel oder Alraune wurden dazu über Mund und Nase gelegt. Praktische Chirurgie und Wissenschaft gingen ab Mitte des 16. Jhd. eine neue Bindung ein – Chirurgen traten zunehmend auch als Akademiker und brillante Denker an die Öffentlichkeit. 
Mittelalter








