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Neurodermitis – Diagnostik und Therapie




Diagnostik und Therapie

Eine frühzeitige und umfassende Allergiediagnostik (Anamnese, Symptom-Tagebuch, Hauttests und Blutuntersuchungen) ist bei gegebenem anamnestischem Verdacht bereits ab dem Säuglingsalter möglich.

  • Babys sollten 4-6 Monate lang gestillt werden (Allergie-Prophylaxe) und es sollte kein Fremdeiweiß (Kuhmilch) zugefüttert werden. Falls dies nicht möglich ist, hypoallergene Milch geben.

    Erst ab dem 6. Monat zufüttern, bei positiver Familienanamnese Allergene wie Hühnerei, Fisch und Nüsse etc. frühestens ab dem 1. Lebensjahr in den Speisplan aufnehmen.

  • Für kleinere Kinder werden im Handel Overalls mit integrierten Fäustlingen sowie Extra-Handschuhe in allen Größen angeboten.
  • Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben sollten die Matratze und gegebenenfalls auch die Bettdecke und das Kopfkissen mit milbendichten Überzügen bezogen werden.
  • Entspannungstechniken wie z.B. autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen können helfen, die Beschwerden (v.a. den Juckreiz) in den Griff zu bekommen.
  • Aufgrund der Gefahr, eine Allergie gegen Tierhaare zu entwickeln, sollte besser auf Haustiere wie Katzen, Meerschweinchen oder Kaninchen verzichtet werden. Unbedenklich sind hingegen Tiere wie Fische und Schildkröten.
  • Irritierende Mittel sind zu meiden (u.a. Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Wolle, Synthetik).

Therapiegrundsätze

Wer unter Neurodermitis leidet, ist auf eine intensive und individuelle Therapie angewiesen, damit der Juckreiz nachlässt und die trockenen, juckenden Hautveränderungen (Ekzeme) abheilen können. Auf der sicheren Seite sind Patienten, die sich auf die Kompetenz eines allergologischen Facharztes verlassen. Der Therapeut wird nicht nur Medikamente verordnen, sondern den Neurodermitiker auch über die Bedeutung von konsequenter Hautpflege und psychologischer Hilfe informieren. Eine Ernährungsberatung und Tipps für den Alltag ergänzen die Behandlung. Die tägliche Neurodermitis-Therapie stützt sich auf mehrere Säulen. Entscheidend sind:

  • die Basispflege der trockenen Haut
  • die Behandlung mit Arzneimitteln bei akuten Neurodermitis-Schüben
  • persönliche Reizfaktoren, die einen Schub auslösen, zu vermeiden,
  • die seelische Entlastung und Entspannung vom Alltag.

Die Basispflege

Sie zielt – auch in beschwerdefreien Zeiten – darauf ab, die sehr trockene und empfindliche Haut konsequent zu pflegen, von außen mit “fehlendem” Fett zu versorgen und ihren Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren. Regelmäßiges Eincremen des gesamten Körpers mit geeigneten Präparaten ist besonders wichtig. Hierfür gibt es in der Apotheke medizinische Basissalben, die beispielsweise Harnstoff enthalten. Bei Kindern bis 5 Jahre sind Harnstoffkonzentration zwischen 2 und 3 % angebracht, höhere Konzentrationen hinterlassen bei Kindern häufig ein brennendes Gefühl auf der Haut. Bei Erwachsenen sind Konzentrationen von 5-10 % üblich. Zu den wichtigen Basistherapeutika gehören auch Ölbäder. Ölbäder hinterlassen auf der Haut einen kompletten Fettfilm und sind besonders für die großflächige Behandlung empfehlenswert. Gut bewährt haben sich auch Salzbäder. Wie gut die Bäder helfen, ist individuell verschieden. Fest steht, dass das Salz des Toten Meeres besonders viele hautberuhigende Mineralstoffe enthält. Die Salze regen die Zellerneuerung an und wirken ausgleichend auf den natürlichen Feuchtigkeitsmantel der Haut. Wer keinen Urlaub am Toten Meer machen kann, findet eine Auswahl entsprechender Badezusätze in der Apotheke.

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