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Schlaganfall: Definition, Ursachen





Definition

Plötzlich auftretende neurologische Ausfälle unterschiedlichster Ausprägung, die meist auf eine akute Durchblutungsstörung im Gehirn zurückzuführen sind.

Allgemeines

Das menschliche Gehirn mit seinen Milliarden miteinander verbundenen Nervenzellen ist Sitz des “Bewusstseins” und gleichzeitig oberste Steuerzentrale für alle Körperfunktionen und Sinneswahrnehmungen. Wie der zentrale Prozessor eines Computers steht dabei das Gehirn in ständigem Informationsaustausch mit den einzelnen “ausführenden Organen”.
Man weiß heute, dass unterschiedlichen Regionen auf der Hirnoberfläche unterschiedliche Kontrollfunktionen zukommen, wobei jeder Körperregion und Organfunktion ein bestimmtes übergeordnetes Hirnareal zugeordnet werden kann.

Vorübergehende oder dauerhafte Funktionsstörungen in den einzelnen Hirnzentren haben unmittelbar auch Störungen in den nachgeschalteten Körperregionen zur Folge.

Symptome

Schon seit alters her kennt man den Begriff des Schlaganfalls, womit umgangssprachlich eine plötzlich wie ein Schlag einsetzende neurologische Funktionsstörung bezeichnet wird. Das nach allgemeinem Laienverständnis klassische Bild eines Schlaganfalls geht mit einer plötzlich einsetzenden Lähmung auf einer Körperseite, einer sogenannten Hemiparese, einher.
Es können aber auch zahllose andere, plötzlich einsetzende neurologische Funktionsstörungen wie zum Beispiel Doppeltsehen, Sehverlust, Schwindel, Gangunsicherheit, Sprechstörungen, Gefühlsstörungen, aber auch Bewusstseinstrübungen Ausdruck eines Schlaganfalls sein.

Ursache(n)

Der Schlaganfall entspricht demnach einer plötzlichen Funktionsstörung im Gehirn, die sich als Symptom in der “Peripherie” äußert. Diese plötzlichen Funktionsstörungen im Gehirn können grundsätzlich folgende Ursachen haben:

  • Akute Durchblutungsstörungen
  • Trauma
  • Entzündung
  • Tumoren

An erster Stelle der Ursachenstatistik rangieren dabei mit weitem Abstand die akuten Durchblutungsstörungen des Gehirns.
Die Durchblutung des Gehirns wird normalerweise über die beiden Halsschlagadern sichergestellt, die ein weit verzweigtes Gefäßnetz innerhalb und außerhalb des knöchernen Schädels zur Sauerstoffversorgung der Organe speisen.
Aufgrund seiner sehr stoffwechselintensiven Aktivität reagiert das Gehirn äußerst sensibel auf Durchblutungsstörungen, wobei bereits ein Durchblutungsstillstand von mehreren Sekunden zu Bewußtseinsstörungen und neurologischen Ausfällen führt. Hält die Durchblutungsstörung mehrere Minuten an, kommt es zu irreparablen Schädigungen im davon betroffenen Hirnareal. Es resultieren bleibende Infarktnarben im Gehirn sowie andauernde Einschränkungen in den jeweils kontrollierten Körperfunktionen, wie man es zum Beispiel von einer halbseitigen Lähmung auch Jahre nach abgelaufenem Schlaganfall typischerweise kennt.

Formen

Je nachdem, ob mehr die großen Gefäße oder eher die kleinen Gefäßaufzweigungen für die akute Durchblutungsstörung verantwortlich sind, unterscheidet man mikro- und makrovaskuläre Hirninfarkte. Auch die Frage, ob sich hinter einem Schlaganfall eine plötzliche Blutleere in einem bestimmten Hirnareal oder eine Einblutung nach Gefäßzerreißung verbirgt, ist von großem diagnostischem Interesse.
Grundsätzlich beruht die häufigste Form des Hirnschlags mit ungefähr 85 Prozent auf plötzlicher Mangeldurchblutung in einem bestimmten Gefäßbezirk des Gehirns als Folge eines plötzlichen Gefäßverschlusses. Diesen Gefäßverschlüssen wiederum können folgende Mechanismen zugrunde liegen:

  • Thrombose: bedeutet die Bildung eines Blutgerinnsels als überschießende Reaktion des Gerinnungssystems meist in bereits durch Aderverkalkung vorgeschädigten Gefäßen. Die Thrombose stellt dabei meist den letzten Tropfen dar, der das Fass schließlich zum Überlaufen bringt und ein bereits hochgradig verengtes Gefäß komplett verschließt.
  • Embolie: Unter Embolie versteht man die Verschleppung eines Blutgerinnsels, dass sich zum Beispiel im Herzen oder an der Wand eines großen Gefäßes gebildet hat, mit dem Blutstrom. Gelangt dieses Blutgerinnsel schließlich in ein kleinkalibriges Gefäß, kann ein akuter Verschluss dieses Gefäßes daraus resultieren.
  • Hämodymische Störung: Dem hämodynamischen Infarktmechanismus beim akuten Schlaganfall liegt dasselbe Prinzip zugrunde wie der Wasserversorgung einer Wohnung in einer höher gelegenen Etage. Sinkt der Wasserdruck in den Leitungen unter ein kritisches Maß ab, versiegt die Wasserversorgung zuerst in den höchstgelegenen Appartments. Da der Kopf unter normalen Umständen auch die höchste Position aller Organe einnimmt, kann auch ein kritischer Abfall des Blutdrucks aus unterschiedlichen Gründen zu Durchblutungsstörungen im Gehirn führen. Allerdings muss hierfür als zusätzliche Voraussetzung eine höhergradige Engstelle zum Beispiel an den grossen arteriellen Halsgefäßen vorliegen. In seltenen Fällen können auch Fettpartikel nach ausgedehnten Verletzungen oder ins Gefäßsystem eingedrungene Luft zu embolischen Gefäßverschlüssen führen.
  • Entzündungen: In seltenen Fällen können Entzündungen an den Hirngefäßen zu plötzlichen Gefäßverschlüssen und damit zu Schlaganfällen führen

Den meisten Schlaganfällen liegt eine jahrelang schwelende Aderverkalkung zugrunde, die lange Zeit keinerlei Beschwerden hervorruft, über den einen oder anderen oben dargestellten Mechanismus aber letztendlich Schlaganfälle begünstigt. Den wesentlichen Risikofaktor für die Arterienverkalkung speziell der großen und kleinen Hirngefäße stellt dabei der Bluthochdruck dar. Weitere bekannte Risikofaktoren sind: erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Zuckerkrankheit, Übergewicht, Einnahme der Antibabypille.

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Tags: Definition,, Schlaganfall,

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