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Haarausfall – Haare verpflanzen




Haare verpflanzen

Umgleich ein paar Illusionen zu zerstören: bei einer Eigenhaartransplantation wird man niemals die Haarpracht der Jugend wiederherstellen können. Eine ausgeprägte Glatze, die von einem kleineren Haarkranz umgeben ist, kann niemals wieder mit der Haardichte eines 18-jährigen gedeckt werden. Außerdem braucht man eine gehörige Portion Geduld, denn die neu eingepflanzten Haare fallen nach kurzer Zeit erstmal aus, bevor sie zaghaft nachwachsen.

Und bei krankhaftem Haarausfall ist diese Methode auch nicht ratsam, denn es sind einfach nicht genügend gut entwickelte Spenderhaarwurzeln vorhanden. Erfolgreich ist die Transplantationsmethode vor allem bei der androgenetischen Alopezie.

Wie funktioniert nun das Transplantieren?

Haare aus dem Hinterkopfbereich werden in die kahlen Flächen transplantiert, z. B. in die Geheimratsecken. Es werden also lediglich die vorhandenen Haare der Hinterkopfregion zur Auffüllung des Haarbestandes in den gelichteten Bereichen genutzt. Das Spenderhaar am Hinterkopf sollte dazu noch sehr kräftig und dick sein und der Haarausfall sollten nicht allzu großflächig sein. Wer von Natur aus kräftige, gesunde Haarwurzeln hat erhält ein recht gutes Resultat. Schwieriger wird es, wenn die Spenderhaarqualität nicht so gut ist, also sehr dünnes und weiches Haar am Hinterkopf wächst. Man wird dann versuchen, möglichst Richtung Nacken gesunde und kräftige Haarwurzeln zu finden, die man isolieren und umverteilen kann. Man kann auch nicht Haare eines anderen Menschen verwenden, diese werden vom Immunsystem abgestoßen.Eine Methode ist die Hautinsel-Verpflanzung: Hier werden in mehreren Behandlungsschritten im Hinterkopfbereich in örtlicher Betäubung behaarte Hautinseln ausgestanzt und in entsprechend vorbereitete Empfängerareale im Bereich der haarlosen Kopfhaut wieder eingepflanzt. Oft aber entsteht auf den transplantierten Haarinseln ein büschelförmiges Haarwachstum, was unnatürlich aussieht.Die häufigste Form der Haartransplantation ist die Mini- und Mikro-Graft-Technik. Ein Micro-Graft enthält ein bis zwei Haare mit einem Durchmesser von 0,7–0,9 mm, ein Mini-Graft enthält drei bis fünf Haare mit einem Durchmesser von 1,0–1,2 mm. Pro Behandlung werden bis zu 1.500 dieser Transplantate eingesetzt. Mit diesen sehr kleinen Hautinseln ist es möglich, einen natürlichen Haaransatz im Stirnbereich zu erzeugen, bei dem ein langsamer, eher unauffälliger Übergang von haarloser zu behaarter Haut gewährleistet ist. Unter örtlicher Betäubung kann eine große Anzahl von Transplantaten in einer Sitzung eingesetzt werden. Mehrere Behandlungsschritte können zur Auffüllung größerer haarloser Regionen in zeitlichem Abstand hintereinander durchgeführt werden. Die Kosten für solch eine Behandlung sind nur sehr schwer zu schätzen und sehr individuell. Ein Graft kostet je nach Arzt und Klink zwischen 1 und 3 EUR, schnell kommen 3.000 – 6.000 EUR und mehr zusammen. Rund 2.000 EUR rechnet man z.B. für das Auffüllen der Geheimratsecken.Je nach Technik werden winzige Schlitze in die Haut geschnitten oder kleine Löcher gestanzt bzw. gebohrt, manchmal sogar mit einem Laser. Aber: Schlitze können beim Zusammenwachsen die eingepflanzten Haare wieder hinausdrücken, bei Stanzlöchern ist dafür die Wundfläche größer. Beim Lasern kann durch die Hitze Gewebe geschädigt werden, was das Anwachsen erschwert, dafür fließt weniger Blut. Eine in der Regel ambulante Operation dauert zwei bis vier Stunden. Es ist völlig normal, aber auch enttäuschend nach der Mühe, wenn die verpflanzten Haare erst einmal ausfallen, aber nach rund drei Monaten werden neue Haare produziert. Wenn es keine Komplikationen gibt ist nach neun bis zwölf Monaten die kahle Fläche bewachsen.Vor einer Haartransplantation sollte der Patient ausführlich beraten werden. Vor allem muss klar werden, wo die Grenzen und Risiken liegen und wie hoch die Kosten der Operation sind. In den meisten Fällen muss der Patient die Kosten selber tragen. Ausnahmen gibt es bei Unfallfolgen – z.B. Verbrennungsnarben der Kopfhaut, sie werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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