Neurodermitis – Erkrankungen
Insgesamt gibt es in Deutschland etwa vier Millionen Menschen mit Neurodermitis – Tendenz steigend! Bei der Einschulung sind etwa 10% der Kinder an einer Neurodermitis erkrankt. Es handelt sich somit um die häufigste entzündliche Hauterkrankung im Kindesalter. Paradoxerweise sind verbesserte Lebensumstände und eine steigende Hygiene mögliche Ursachen für diesen Anstieg.
Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem) ist eine Erkrankung des atopischen Formenkreises. Im Krankheitsverlauf wechseln sich akute und chronische Phasen ab. In der akuten Phase, dem Schub, dominieren Rötung, Überwärmung und Brennen, manchmal verbunden mit einem Nässen der Haut. In der chronischen Phase (zwischen den akuten Schüben) ist die Haut zum Teil extrem trocken und schuppig. Häufig klagen die Betroffenen über einen quälenden Juckreiz. Neurodermitis kann am ganzen Körper auftreten. Im Kindesalter sind zunächst meist die Streckseiten, später die Gelenkbeugen (Ellbogen, Knie) und häufig das Gesäß betroffen. Beim Erwachsenen tritt die Erkrankung in den Gelenkbeugen und vor allem im Gesicht, an Hals, Nacken, Schultern und Brust auf.
Ursachen und Auslöser
Ursache der Neurodermitis ist eine überschießende Reaktion des Körpers auf natürliche Umweltstoffe wie z.B. Tierhaare, Schimmelpilze, Nahrungsmittel, Hausstaub oder Blütenpollen. Die Veranlagung zur Entstehung von Hautveränderungen wird vererbt, die Ausprägung ist aber von vielfältigen Faktoren abhängig. Auslöser können verschiedene Inhalationsallergene (Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, Tierhaare), Kontaktallergene wie Nickel oder Duftstoffe, Irritanzien (Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Wolle, Synthetik), Nahrungsmittel (z.B. Eier, Milchprodukte, Nüsse, Fisch), Mikroorganismen auf der Haut (v.a. Staphylokokken, Candida, Pityrosporum ovale), Klimafaktoren (starke Temperaturschwankungen, trockene Heizungsluft, kalte Winterluft, Schwitzen) und Umweltgifte (Zigarettenrauch) sein. In vielen Fällen kann zudem psychischer Stress – unter dem schon Kleinkinder leiden können – die Krankheit verschlimmern.
Verlauf der Erkrankung
Atopische Erkrankungen treten meist als Neurodermitis in den ersten Lebensmonaten/-jahren auf. Obwohl die Symptome bis zur Einschulung / zum Ende der Pubertät in vielen Fällen von alleine zurückgehen und die Patienten dann weitgehend beschwerdefrei leben können, ist eine vollständige Heilung bis heute nicht möglich. Das frühe Auftreten einer Neurodermitis z.B. aufgrund von Nahrungsmittelallergien (z.B. gegen Hühnerei) kann die Entwicklung eines potenziell lebensbedrohlichen Asthmas begünstigen, sofern nicht frühzeitig – in diesem Fall durch eine hühnereiweißfreie Diät – die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Das Problem des “Etagenwechsels” Haut (Neurodermitis), Nase (allergischer Schnupfen bzw. Heuschnupfen), Lunge (allergisches Asthma) wird nach wie vor häufig unterschätzt. Während Erwachsene selten von Nahrungsmittelallergien betroffen sind, zeigen Untersuchungen, dass dies bei fast einem Drittel der betroffenen Kinder der Fall ist. An erster Stelle der Auslöser stehen Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Soja. Die Reaktionen verlieren sich häufig bis zum Schulalter wieder.






