Venenleiden – neue Operationsmethoden
Jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland ist von Venenerkrankungen betroffen, lediglich etwas weniger als 10 % der Bundesbürger weisen keinerlei Venenveränderungen auf.
Krampfadern sind somit die häufigsten chronischen Krankheiten, die es überhaupt gibt. Der Name stammt von dem alten Begriff "Krummader", also krumme Ader.
Der Ausdruck "Venenleiden" ist ein Sammelbegriff für alle Erkrankungen des Venensystems und ihrer Folge – der chronischen venösen Krankheit (Insuffizienz).
Je früher, desto heilsamer
Venenleiden schreiten unbehandelt weiter fort und können Komplikationen hervorrufen z. B. Venenentzündungen, Thrombosen oder ein offenes Bein. Je früher eine Behandlung einsetzt, desto besser und kosmetisch schöner sind die Behandlungsergebnisse. Es existieren viele Methoden, mit denen Venenleiden behandelt werden können. Neben der klassischen Methode des Strippings gibt es inzwischen neuere Methoden. Dazu gehören z. B. die Lasertherapie, Radiowellen oder Schaumverödung.
Für den einzelnen Patienten und sein spezielles Beinproblem wird aus diesen Möglichkeiten die optimale Mischung herausgesucht – die Kombination dieser Methoden bringt generell die kosmetisch schönsten und langfristig erfolgreichsten Resultate.
Lasertherapie
Die Lasertherapie ist heutzutage eine wesentliche Säule in der Behandlung venöser Erkrankungen. Sie wird zur Therapie kleiner, oberflächlich liegender Venen eingesetzt. Mittlerweile gibt es Lasergeräte, die sehr wirksam sind, ohne Nebenwirkungen wie Verbrennungen oder Narbenbildung zu verursachen.
Der Laser wird so eingestellt, dass die roten Blutkörperchen auf die Lichtenergie des Lasers reagieren. Sie werden dadurch so stark erhitzt, dass die Venenwände ebenfalls verkleben und das Gefäß auf diese Weise "stillgelegt" wird. Der Laser führt sozusagen zu einem "Verschweißen" der Vene von innen durch Hitzeeinwirkung. In der Folge wird der stillgelegte Strang vom Körper resorbiert und aufgelöst.
Radiowellen verschweißen
Bei der äußerst schonenden VNUS-Closure-Methode werden die Venen mit Hilfe von Radiowellen zum Verkleben gebracht, ähnlich wie bei der Lasertherapie. Durch eine Punktion wird ein Einweg-Katheter in die erkrankte Vene eingeführt. Dieser erhitzt sich an der Spitze mit Hilfe von Radiowellen auf 85 °C. Während der erhitzte Katheter langsam zurückgezogen wird, wird die Vene praktisch zusammengeschweißt. Voraussetzung für den Einsatz dieser neuen Behandlungsmethode sind funktionsfähige tiefe Venen die den Rücktransport des Blutes zum Herzen übernehmen können.
Schaum verödet
Das Veröden von Krampfadern ist ein Verfahren, das sich schon länger bewährt hat. In die Krampfader wird ein Verödungsmittel gespritzt; die Venenwände verkleben und der Körper baut diese Venen ab – sie verschwinden letztendlich. Bei der Schaumverödung handelt es sich um eine ganz neue Methode, die wesentlich effektiver ist. Das Verödungsmittel wird vor dem Einspritzen aufgeschäumt. Dadurch konnte das Verkleben der Venenwände optimiert werden.
Nach der OP…
Als Nebenwirkung aller operativen Behandlungsmethoden sind Pigmentierungen der behandelten Gewebe oder Hautirritationen wie z. B. kleine Rötungen möglich. Bei der Laserbehandlung sind sie allerdings sehr selten.
Bei allen operativen Methoden müssen anschließend für mindestens vier bis sechs Wochen Kompressionsstrümpfe getragen werden, um die Abheilung zu beschleunigen und möglichst reibungslos erfolgen zu lassen.
Sanfte Selbstbehandlung
Viele Patienten bevorzugen eine Behandlung, die möglichst ohne chemische Präparate auskommt und nutzen die Heilkräfte der Pflanzen, wie z. B. die Rosskastanie. Schon wenn die ersten Beinschwellungen auftreten – also noch bevor Krampfadern oder Besenreiser sichtbar werden, ist die Rosskastanie ein gutes Gegenmittel. Der rein pflanzliche Wirkstoff Rosskastaniensamenextrakt verringert die Durchlässigkeit der Venenwände und normalisiert so den übermäßigen Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe. Die typischen Wasseransammlungen und Schwellungen können abgebaut werden. Zudem werden die Venenwände stabilisiert und gestärkt und so dem Fortschreiten der Erkrankung vorgebeugt.
Sind bereits Krampfadern sichtbar, sollte vor einer Selbstbehandlung ein Venenspezialist aufgesucht werden, damit eine genaue Diagnose gestellt werden kann.
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