Salbei – das “heilende” Kraut
Der Salbei gehört mit rund 900 verschiedenen Pflanzen zu einer der artenreichsten Gattungen in der Pflanzenwelt, doch nur der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch Garten-, Küchen- oder Heilsalbei genannt, findet als Heil- und Gewürzpflanze Eingang in unsere heimische Küche und Pflanzenapotheke.
Der lateinische Name (salvare = heilen; salvus = gesund sein) weist auf die schon seit der Antike bekannte medizinische Wirkung dieses Krautes hin.
Die Römer brachten den Salbei über die Alpen nach Europa, wo er sich in der Folgezeit in den Kloster- und Bauerngärten wegen seiner vielseitigen Heilwirkungen großer Beliebtheit erfreute.
Anbau von Salbei
Der Salbei gehört der Pflanzenfamilie der Lippenblütler an. Die bis über einem halben Meter hoch werdenden verholzenden Halbsträucher besitzen einen reich verzweigten Wurzelstock und bevorzugen im Garten einen trockenen, sonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Charakteristisch für den Salbei sind seine filzigen, derben, immergrünen und etwas runzligen Blätter. Vom Echten Salbei gibt es eine unübersehbare Anzahl an Varietäten, darunter auch buntblättrige Formen. Verjüngt werden kann diese Pflanze durch Ableger oder auch Absenker, die der Salbei selbst an heruntergebogenen Zweigen ausbildet. Von Juni bis August schmückt sich der Salbei mit Quirlen aus blauen, seltener rosa bis weißen Blüten, die als Bienenweide genutzt werden können. Salbei ist nur bedingt winterhart, daher sollte man ihn in der kalten Jahreszeit mit Reisig abdecken.
Wirkstoffe und Heilwirkung von Salbei
Die Salbeiblätter können das ganze Jahr über geerntet werden, doch kurz vor der Blüte ist die Pflanze am gehaltvollsten. Für den Winter können die Triebspitzen büschelweise abgeschnitten und aufgehängt werden, sie bleiben lange aromatisch. Der intensive Geruch der Salbeipflanze wird durch seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen verursacht (1 – 2,5%), vor allem an Thujon, Cineol und Borneol. Daneben kommen noch Kampfer, Gerb- und Bitterstoffe, Glykoside, Säuren und eine östrogen wirkende Substanz vor. Der Ziersalbei und der bei uns heimische Wiesensalbei enthalten hingegen keine ätherischen Öle.
Obwohl das im Echten Salbei vorkommende Thujon ein Nervengift ist und in hohen Dosen Halluzinationen verursachen kann, ist der Salbei eine vielseitig verwendbare Heil- und Gewürzpflanze, denn Thujon ist nur sehr eingeschränkt wasserlöslich und kommt daher im Salbeitee nur in Spuren vor.
Salbei wirkt antibakteriell, krampflösend, schmerzstillend, magenstärkend, entzündungshemmend, wundschließend, menstruationsregulierend und blutreinigend und ist ein gutes Mittel gegen Husten, Appetitlosigkeit sowie Magen- und Darmerkrankungen.
Salbeitee wirkt vorbeugend bei lnfektionsgefahren wie z. B. einer Grippewelle, er unterstützt die Behandlung der Zuckerkrankheit und wird als Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund und Rachenraum angewandt. Seine positive Wirkung beim Abstillen ist zwar wissenschaftlich umstritten, es wird jedoch immer wieder von Erfolgen berichtet, da er eine übermäßige Milchproduktion verringern soll. Salbei-Dampfbäder helfen bei fettiger und unreiner Haut.
Zubereitung von Salbeitee
1 TL getrocknete oder frische Salbeiblätter mit 1/4 l heißem Wasser übergießen und 10 Minuten stehen lassen. Der Salbeitee sollte nicht auf Dauer und nicht mehr als 2-3 Tassen pro Tag getrunken werden, denn es kann bei Überdosierungen zu Vergiftungserscheinungen kommen. Schwangere und Nierenkranke sollten den Tee meiden.
Zum Gurgeln bei Infektionen des Hals- und Rachenraumes kann die Wirkung durch Beimischung von Kamille verstärkt werden.
Salbei als Küchenkraut
Die frischen Salbeiblätter sollten in der Küche den Vorzug bekommen, jedoch wegen ihrer starken Würzkraft vorsichtig dosiert werden. Salbei verlängert die Haltbarkeit der Speisen und wirkt magenstärkend. Er kann fein gehackt kurz vor dem Servieren sämtlichen Suppen, Eintöpfen und Gemüsegerichten beigegeben werden. Auch Tomatengerichte, Salate und Fisch, Geflügel, Kartoffeln, Pizzen und verschiedene Öle, vor allem aber Fleischgerichte wie Wild, Schwein, Rind und Lamm schmecken durch Zugabe von Salbei aromatischer.
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