Von der Pflanze zum Arzneimittel

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Pflanzen und ihre Zubereitungen spielen seit Urzeiten eine wichtige Rolle. Der Mensch verarbeitet nicht nur ihre Früchte, Samen, Knollen usw. als Nahrung, sondern nutzt das Wissen um die Heilkraft bestimmter Pflanzen seit Jahrtausenden zur Behandlung von Gesundheitsstörungen.
Pflanzliche Arzneimittel, man nennt sie auch Phytopharmaka, sind wirksame und relativ nebenwirkungsarme Arzneimittel.

Sie spielen im Rahmen der ärztlichen Verordnung und der Selbstmedikation, also der eigenverantwortlichen Maßnahmen mit rezeptfreien Arzneimitteln zur Erhaltung der Gesundheit und zur Vorbeugung von Gesundheitsstörungen, eine große Rolle. Um den strengen gesetzlichen Anforderungen an ihre hochwertige Beschaffenheit, ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu genügen, darf für die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel nur entsprechend geprüftes Ausgangsmaterial verwendet werden.

Die Umweltfaktoren

Arzneipflanzen, die in der Natur wachsen, sind vielen Umwelteinflüssen – Klima, Bodenbeschaffenheit und Gefahr durch Schädlingsbefall – ausgesetzt. Häufig werden deshalb die pflanzlichen Rohstoffe durch Anbau auf dem Feld gewonnen, da man hierbei im Gegensatz zur Wildsammlung eine bessere Kontrolle hat. Damit das pflanzliche Rohmaterial den hohen Qualitätsansprüchen entspricht haben sich viele Anbaubetriebe in Deutschland und Europa freiwillig zur Einhaltung bestimmter Leitlinien zur “Guten Landwirtschaftlichen Praxis” von Arznei- und Gewürzpflanzen verpflichtet.
Diese Übereinkunft bezieht sich z.B. auf die Verwendung von hochwertigem und eindeutig definiertem Saatgut, bestimmten Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit sowie Vorgaben zur Düngung und Bewässerung der Felder. Auch hat man vereinbart, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln weitmöglichst zu vermeiden. Das geerntete Pflanzenmaterial muss ordnungsgemäß gelagert, vor Witterungseinflüssen und Schädlingen geschützt werden.

Der Verarbeitungsprozess

Wichtig für die Qualität von Arzneipflanzen ist der Trocknungsprozess. Er soll einerseits die Feuchtigkeit soweit entfernen, dass sich bei der Lagerung kein Schimmel auf dem Material bilden kann, andererseits aber so schonend sein, dass hochwertige Inhaltsstoffe, z.B. ätherische Öle, nicht verloren gehen. Die getrocknete Arzneipflanze, auch Droge genannt, wird dann in geeignete Behältnisse verpackt, an einem sauberen und trockenen Ort gelagert und anschließend weiterverarbeitet.
Ist das Endprodukt ein Tee oder ein Drogenpulver, das in eine Kapsel abgefüllt oder als Tablette verpresst wird, so wird die getrocknete Droge zerkleinert oder pulverisiert. Bei festen oder flüssigen Darreichungsformen, wird die auf eine definierte Schnittgröße zerkleinerte Droge mit einem Auszugsmittel nach einem festgelegten technischen Verfahren extrahiert, sodass die wichtigsten Inhaltsstoffe in die Lösung übergehen. Bei der Herstellung von Dickextrakten und Trockenextrakten wird das zur Extraktion eingesetzte Auszugsmittel schonend entfernt. Danach kann ein Trockenextrakt dann gemahlen oder mit Hilfsstoffen gemischt werden, sodass für die Herstellung der fertigen Tablette oder Kapsel ein gleichmäßiges und gut pressbares bzw. abfüllbares Material. zur Verfügung steht.
Für Drogen, bei denen der Inhaltsstoff oder die Stoffgruppe, die allein für die Wirksamkeit verantwortlich ist, genau bekannt ist, wird der Extrakt durch Zusatz eines Hilfsstoffs (z. B. Milchzucker) auf einen fixen Gehalt an diesem Inhaltsstoff eingestellt, denn man will mit jeder einzelnen Gabe des Arzneimittels dieselbe exakte Menge von diesem Stoff verabreichen (= “normieren”). Bei allen anderen Extraktzubereitungen gilt der Gesamtextrakt als wirksamer Bestandteil. Man bezeichnet diese Zubereitungen als “standardisierte” Extrakte, die unter genau festgelegten Bedingungen hergestellt sind, sodass eine gleich bleibende Zusammensetzung des Endproduktes gewährleistet ist.

Wie pflanzliche Arzneimittel wirken

Wie bei allen Arzneimitteln muss auch bei den Phytopharmaka der Wirkstoff in eine geeignete Form gebracht werden, damit er seine Wirksamkeit nach Freisetzung aus dieser Form und Aufnahme durch den Magen-Darm-Trakt im ganzen Körper entfalten kann oder, wie im Falle einer Salbe nach äußerlicher Anwendung, wirksam werden kann. Eine Arzneiform gewährleistet auf diese Weise eine exakte Dosierung des Wirkstoffs, damit einerseits die Wirksamkeit des Arzneimittels gegeben ist, andererseits aber auch eventuelle unerwünschte Erscheinungen, die durch eine zu hohe Dosierung zustande kommen könnten, ausgeschlossen werden. Über die vorgesehene Dosierung informiert die Packungsbeilage, die aufmerksam gelesen werden sollte.

Kontrollierte Qualität

Wie alle Arzneimittel müssen auch Phytopharmaka behördlich zugelassen werden. Erst dann dürfen sie in den Markt gebracht und in der Apotheke oder auch (bei bestimmten risikoarmen oder zur Vorbeugung oder Stärkung verwendeten Produkten) an anderen Stellen z. B. Drogerien oder Reformhäusern verkauft werden. Für eine Zulassung sind vom Unternehmer die Nachweise von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vorzulegen, erst dann erteilt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Erlaubnis, das Arzneimittel zu vermarkten. Es sind die Ausgangsstoffe, die Zwischenprodukte und die Endprodukte auf ihre Übereinstimmung mit den für Arzneimittel gültigen Regelungen zu prüfen. Die Herstellung hat unter genau festgelegten Bedingungen zu erfolgen, um eine gleich bleibende und hohe Qualität zu gewährleisten. Arzneipflanzen sind als ein in der Natur wachsender Rohstoff vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Dies erfordert besondere Reinheitsprüfungen, z. B. die Prüfung auf Abwesenheit von Krankheitskeimen, von Schwermetallen und auch von Aflatoxinen, die eventuell durch schlechte Lagerung und Schimmelbildung entstehen könnten. Zudem wird nach der Ernte der Rohstoff genauestens auf etwaige Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln kontrolliert.
Auch muss jedes Arzneimittel seine Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachweisen. Das kann entweder durch klinische und pharmakologisch-toxikologische Studien erfolgen oder – wie es für bekannte Stoffe (dazu gehören fast alle pflanzlichen Arzneimittel) zulässig ist – durch Bezugnahme auf die Fachliteratur. Zur Auswertung dieses wissenschaftlichen Erkenntnismaterials war von behördlicher Seite vor mehr als 20 Jahren eine besondere Sachverständigenkommission, die Kommission E, eingerichtet worden, die in langjähriger Detailarbeit mehr als 300 Monographien für einzelne Arzneipflanzen mit einer Bewertung von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erstellt hat, die den wissenschaftlichen Erkenntnisstand repräsentieren.
Heutzutage wird intensiv über die Inhaltsstoffe bzw. die Wirkprinzipien pflanzlicher Arzneimittel geforscht, um die therapeutische Wirksamkeit von pflanzlichen Arzneimitteln bei konkreten Anwendungsgebieten nachzuweisen.

Kein Arztersatz

Bei der Selbstbehandlung mit Phytopharmaka ist es wichtig, darauf zu achten, dass nicht erste Anzeichen einer schweren Erkrankung übersehen werden. Beim geringsten Zweifel sollte man einen Arzt aufsuchen. Zu warnen ist vor den Empfehlungen von selbst ernannten Kräuterkundigen oder unkritischer Anwendung von Rezepturen aus Kräuterbüchern, die wissenschaftlich nicht anerkannt sind. Hier sollte man sich besser auf den Rat des Apothekers verlassen, der kompetenter Arzneimittelfachmann ist.

Pflanzliche Arzneimittel – wirksame Hilfe nicht ohne Risiko

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Viele Menschen haben Angst vor Arzneimittel-Nebenwirkungen. Besonders Präparate, die im Volksmund als "chemisch" oder "aus dem Labor" bezeichnet werden, werden skeptisch beäugt und nach Möglichkeit vermieden. Eine scheinbar "sanfte" Alternative scheint die Phytotherapie zu sein: Präparate, die aus Pflanzen gewonnen werden. Doch ein sorgloser Umgang mit pflanzlichen Arzneimitteln kann schädlich sein!

Wirkstoffe mit Nebenwirkungen

Die Arzneimitteltherapie ist eine Wissenschaft für sich.

Denn die meisten Wirkstoffe und Präparate haben mehr als nur eine Wirkung. Bei den unerwünschten Effekten spricht man von so genannten Nebenwirkungen. Sie zu vermeiden und die größtmögliche erwünschte Wirkung zu erzielen, macht eine gute Therapie aus.
Zudem ist der menschliche Organismus eine hoch komplizierte Apparatur, bei der unzählige biochemische Vorgänge ineinander greifen. Die bewusste Beeinflussung eines Elements – zum Beispiel der Darmflora oder eines Hormons – kann zu einer ganzen Kette von Ergebnissen führen.

Selbstmedikation mit pflanzlichen Präparaten

Viele Patienten greifen bei der Selbstmedikation gerne zu pflanzlichen Präparaten, in dem falschen Glauben, dass die "sanfte" Phytotherapie keinen Schaden anrichten kann. Auch Alfred S. aus Berlin versuchte mit einem Präparat aus Johanniskraut seine depressive Verstimmung zu verscheuchen.
"Nach einem schönen Tag im Garten waren meine Arme plötzlich über und über mit juckenden Bläschen übersät", berichtet er. Der Hausarzt wusste zunächst keinen Rat, bis sie auf die Johanniskraut Kapseln zu sprechen kamen. Dieses Pflanzenpräparat lässt die Haut extrem auf UV-Strahlung reagieren. Photosensibilisierung wird dieser Effekt im Fachjargon genannt.

Phytotherapeutika

Johanniskraut: Die starke Wirkung des Johanniskrauts wurde auch in einer aktuellen Studie nachgewiesen. Nicht nur gegen Depressionen, sogar zur Vorbeugung gegen Krebs könnte das starke Kraut eingesetzt werden, wie Forscher der Universitätsklinik Charité in Berlin festgestellt haben. Johanniskraut, bzw. einige seiner Inhaltsstoffe, schützen vor dem Umweltgift Benzpyren, das in Autoabgasen vorkommt und das im Körper zu einem Krebs erregenden Stoff umgewandelt wird.
Echinacea: Ein weiteres beliebtes Phytotherapeutikum ist Echinacea, der Extrakt aus dem gelben Sonnenhut. Er soll das Immunsystem bei drohenden Erkältungskrankheiten ankurbeln. Doch auch dieses Schwert hat zwei Schneiden: Einige Menschen reagieren al lergisch auf den Pflanzenextrakt. Die Reaktionen reichen vom einfachen Hautausschlag bis hin zu bedrohlichen Schockzuständen. Ob eine Allergie gegen das Präparat vorliegt, kann ein Allergologe durch einen einfachen Test feststellen.
Wer selbst zu Medikamenten greift, sollte auch bedenken, dass Phytotherapeutika mit anderen Präparaten in Wechselwirkung treten können, sprich: dass die Wirkung des einen Präparats durch ein anderes verstärkt oder abgeschwächt werden kann. Besonders chronisch Kranke sollten den Rat ihres behandelnden Arztes einholen, um sicher zu sein, dass die Einnahme der zusätzlichen Kräutermedizin nicht mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Pflanzliche Therapeutika in der Schwangerschaft

Auch in der Schwangerschaft sollte mit pflanzlichen Therapeutika nicht sorglos umgegangen werden. Aus Kanada wurde von einem Fall berichtet, in dem eine Frau ein übergroßes, übermäßig stark entwickeltes Kind zur Welt brachte. Schon vor der Geburt hatte sich häufig unter frühzeitigen Wehen gelitten. Schuld war wahrscheinlich, dass die Mutter des Babys während der Schwangerschaft hoch dosierten Ginseng zu sich genommen hatte.
Ginseng: Ginseng ist ein gesundheitsförderndes Präparat, das sich positiv auf einen erhöhten Blutdruck auswirkt, Verdauungsprobleme lindern kann und auch die Konzentrationsfähigkeit verbessert. Wichtig bei selbst hergestellten Kräutertees und anderen Zubereitungen ist, auch daran zu denken, dass anders als bei pharmazeutisch hergestellten Präparaten der Wirkstoffgehalt einer Pflanze kaum im Voraus zu bestimmen ist.
Je nach Erntezeit, Sonneneinstrahlung und Anbaugebiet der Pflanzen können die Inhaltsstoffe um ein Vielfaches variieren. Wer auf gleichbleibend hohe Qualität Wert legt, sollte apothekenpflichtige Produkte wählen und sich in jedem Fall beim Kauf beraten lassen.

Gewürze als Arzneimittel

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Bereits vor Urzeiten verwendete man verschiedene Gewürze – bei Kulthandlungen, in der Küche und in der Heilkunst. Die Heilwirkungen bestimmter Gewürze sind heute wissenschaftlich untersucht und bestätigt. So sind die getrockneten Arzneipflanzen ein wichtiger Bestandteil der modernen Phytotherapie.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

  • Blüten: Flores ( oft abgekürzt Flor.), z.B.

    Kamille

  • Blätter: Folia (Fol.), z.B. Salbei
  • Kraut: Blätter und Blüten = Herba (Herb.), z.B. Thymian
  • Wurzel: Radix (Rad.), z.B. Enzianwurzel
  • Samen: Semen (Sem.), z.B. Leinsamen
  • Rinde: Cortex (Cort.), z.B. Eichenrinde
  • Früchte: Fructus (Fruct.), z.B. Kümmel, Anis, Wacholder

Zubereitung von Tee

Aufgüsse
Aufgüsse werden in der Regel aus Blättern, Blüten, Früchten und Kräutern hergestellt. Die übliche Dosis für die Zubereitung von Kräutertees ist ein bis zwei Teelöffel Droge (das entspricht ca. 5 g) auf eine Tasse 250 ml Wasser. Tipp: Früchte anquetschen oder anstoßen, damit sich die ätherischen Öle sich besser entfalten können.
Abkochungen
Pflanzenteile, deren Wirkstoffe nicht so leicht aus der Droge freizusetzen sind werden folgendermassen zubereitet: die erforderliche Menge (ca. 5 g oder ein Teelöffel) mit der vorgeschriebenen Menge Wasser (meistens 250 ml) zunächst kalt ansetzen. Anschließend die Mischung zum Sieden erhitzen, 5-10 Minuten kochen und dann abseihen. Diese Zubereitungsform findet zum Beispiel bei Tees aus Hölzern, Rinden oder Wurzeln seine Anwendung.
Mazeration – Kaltauszug
Wenn die Wirkstoffe einer Heilpflanze durch starke Hitze zerstört werden würden, setzt man einen Kaltauszug an. Hierzu wird die Pflanze mit kaltem Wasser übergossen und bis zu 12 Stunden stehengelassen, am nächsten Morgen durch ein Sieb filtern. Diese Zubereitung wendet man beispielsweise bei Drogen an, die Schleimstoffe enthalten (Eibischwurzel, Leinsamen etc.). Außerdem werden Kaltauszüge hergestellt, wenn keine unerwünschten Begleitstoffe in den Auszug gelangen soll z. B. magenreizende Gerbstoffe.

Vorgaben fürs Etikett

Allerdings darf sich nicht jeder Tee Heil- oder Arzneitee nennen, auch wenn er bewährte Heilpflanzen enthält wie Kamille, Fenchel oder Pfefferminze. Zum Schutz des Verbrauchers ist die Werbung mit gesundheitlichen Wirkungen eines Produktes streng geregelt – das gilt auch für einen Tee. Er ist offiziell erst ein Arzneimittel, wenn auf dem Etikett bestimmte gesundheitliche Wirkungen stehen. Doch die dürfen erst aufgedruckt werden, wenn das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hierfür seine Erlaubnis gegeben hat.
Voraussetzung: Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wurden in einem geregelten Zulassungsverfahren nachgewiesen.
Der Packungsaufdruck muss über Zusammensetzung, Zubereitung, Dosierung und Art der Anwendung Auskunft geben. Auch die Angaben von Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie zu möglichen Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen sind Pflicht. Wer einen Heiltee mit diesen Angaben aus der Apotheke kauft, kann daher sicher sein, dass:

  • er die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Wirkstoffmengen enthält
  • die Kräuter vorschriftsmäßig geschnitten wurden (Zerkleinerungsgrad)
  • der richtige Teil der Pflanze verwendet wurde
  • die Mengen stimmen, etwa Blütenzahl oder Blattmenge.

Anis gegen Blähungen

Anistee ist bei Blähungen und Bauchkrämpfen – auch bei Säuglingen und Kleinkindern – sehr zu empfehlen. Die ätherischen Öle lösen Krämpfe und regulieren den Fluss der Verdauungssäfte. Anis ist deshalb fester Bestandteil vieler Verdauungstees. Dazu kommt: der Anisduft fördert auch den Schlaf der Kinder. Zur pflanzlichen Therapie bei Blähungen eignen sich neben Anis auch Fenchel und Kümmel – sie werden auch als Karminativa bezeichnet.

Gewürznelke gegen Zahnschmerzen

Ihre keimtötende Wirkung entfaltet sich besonders gut bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Gewürznelken haben sich bei Zahnschmerzen und Infektionen im Mundraum bewährt. Bei akuten Schmerzen kaut man ein bis zwei Gewürznelken einige Minuten lang – dies wirkt desinfizierend und schmerzstillend.

Knoblauch gegen Arteriosklerose

Knoblauch zählt heute zu den wertvollsten Arzneimittel auf natürlicher Basis. So problematisch der Geruch auch ist – seine gesundheitsfördernde Wirkung ist unbestritten. Knoblauch wirkt antibakteriell, antimykotisch (Mykose = Pilzerkrankung) und lipidsenkend; außerdem fördert er die Auflösung zusammengelagerter Blutplättchen und verbessert dadurch die Fließeigenschaften des Blutes. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Knoblauch zur Cholesterinsenkung und Vorbeugung der Arteriosklersoe eingesetzt. Wichtig ist dabei, ein standardisiertes Knoblauchpräparat regelmäßig über einen längeren Zeitraum einzunehmen.

Rosmarin – neuer Schwung für den Kreislauf

Rosmarin wird wegen seiner durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften bei rheumatischen Beschwerden, Nervenschmerzen oder Muskelkater in Einreibungen verwendet. Rosmarin regt auch das Herz-Kreislauf-System an – ein Tee oder Vollbad mit Rosmarinblättern bringt den Kreislauf in Schwung. In Präparaten für Mund- und Zahnpflege wird die keimtötende und desinfizierende Wirkung der ätherischen Öle geschätzt. Innerlich eingenommen fördert es den Appetit und wirkt gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Achtung: Während der Schwangerschaft sollten keine Zubereitungen aus Rosmarinblättern wegen möglicher toxischer Wirkung des ätherischen Öls verwendet werden!

Thymian gegen Husten

Die krampflösende Wirkung des Thymians hilft vor allem bei akuter oder chronischer Bronchitis und bei Keuchhusten. Thymianextrakt löst den Schleim und fördert das Abhusten zähen Schleims. Thymian wirkt auch antibakteriell und macht durch seine verdauungsregulierenden Eigenschaften viele Speisen bekömmlicher.

Wacholder zum Durchspülen

Wacholderbeeren wirken harntreibend und kurbeln somit die Flüssigkeitsausscheidung des Körpers an. In pharmakologischen Untersuchungen bestätigte sich dieser harntreibende Effekt sowie eine vermehrte Durchblutung der Nieren. Deshalb sollten Wacholderbeeren nicht während der Schwangerschaft, bei Nierenproblemen sowie im Dauergebrauch angewendet werden!
Wacholderbeeren haben außerdem blähungstreibende, krampflösende sowie schwach desinfizierende Wirkungen. Daher verwendet man Wacholderbeeren gerne auch zum Würzen von schwer verdaulichen Speisen.

Salbei für die Mundhygiene

Salbei wird traditionell gegen Husten und Halsweh, zur Mundpflege und Verdauungsförderung angewendet. Besonders bewährt hat sich der Extrakt aus Salbeiblättern als Gurgel- oder Spülmittel bei Hals-, Rachen-, Mundschleimhaut-, Zahnfleischentzündungen.
Zubereitung: Zum Gurgeln 1 – 2 gehäufte Teelöffel mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen.

Verdauungsfördernder Enzian

Einen "Enzian" nimmt man gerne zur Verdauung nach einem schweren Essen. Wie kommt die Wirkung zustande? Wegen der in der Enzianwurzel enthaltenen Bitterstoffe wird die Sekretion des Speichels und des Magensaftes angeregt. Zubereitungen mit Enzianwurzel kommen deshalb neben Verdauungsproblemen auch bei Völlegefühl, Blähungen und bei Appetitlosigkeit zum Einsatz. Achtung: Nicht anwenden bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren!

Chili lindert Schmerzen

Der Inhaltstoff – Capsaicin – regt einerseits die Wärmerezeptoren in der Haut an und setzt andererseits die schmerzleitenden Nervenbahnen kurzfristig außer Gefecht. So fördert der Wirkstoff die Durchblutung und wirkt schmerzstillend. Einreibemittel oder Wärmepflaster mit Capsaicin sind ideal bei Verspannungen oder Gelenkschmerzen.