Diabetes und Auge

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Unsere Augen sind wichtige Sinnesorgane, mit denen wir unsere Umgebung wahrnehmen und uns mit anderen Menschen austauschen können. Ein über lange Jahre bestehender Diabetes kann jedoch die Augen schädigen und eine so genannte diabetische Retinopathie auslösen.
Hoher Blutzucker schädigt die kleinsten Blutgefäße, die die Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Die Gefäßschädigungen führen einerseits durch Verschlüsse der Gefäße zu einer Mangelversorgung, andererseits kommt es durch Veränderungen an den Gefäßwänden zu kleinen Blutungen in der Netzhaut und vermehrten Ablagerungen von Fettsubstanzen. Dies sind die ersten Zeichen, dass die Netzhaut geschädigt ist. Sie werden vom Betroffenen nicht bemerkt und sind mit keiner Einschränkung der Sehfähigkeit verbunden.
In diesem Stadium kann die Netzhautveränderung noch gut behandelt werden. Schreitet die Erkrankung jedoch fort, kann es für das Auge gefährlich werden. Im schlimmsten Fall kann sogar das Augenlicht bedroht sein.

Kontrolle beim Augenarzt

  • Nach Diagnosestellung "Diabetes mellitus" sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen, der einen Erstbefund erhebt.
  • Allgemeine Regel: Wenn keine Netzhautveränderung vorliegt, genügt eine augenärztliche Untersuchung einmal pro Jahr. Liegen bereits Veränderungen an der Netzhaut vor, entscheidet der Arzt, wie oft Kontrollen nötig sind.
  • Je früher eine diabetische Netzhauterkrankung erkannt wird und je eher die Behandlung einsetzt, umso besser sind die Erfolgsaussichten.
  • Tipp: Diabetiker sollten am besten im Winter zum Augenarzt gehen bzw. eine Sonnenbrille mitnehmen und nicht mit dem Auto zur Untersuchung fahren, da die Untersuchung des Augenhintergrundes bei erweiterter Pupille erfolgt.
  • Der Diabetiker sollte sich vom Augenarzt den Befund gleich mitgeben lassen, um ihn bei seinem behandelnden Arzt abgeben zu können.

Vorbeugung von diabetische Nephropathie durch gute Blutzuckereinstellung

Da ein hoher Blutzucker die kleinen Blutgefäße schädigt, ist eine gute Blutzuckereinstellung die Grundvoraussetzung zur Vorbeugung. Ein wichtiges Kriterium für die Blutzuckereinstellung der letzten 2 bis 3 Monate ist der beim Arzt gemessene so genannte HbA1c-Wert. Diesen Wert kann man auch als Blutzuckerlangzeitgedächtnis bezeichnen.
Ein gut eingestellter Diabetiker ist vor den Folgen einer diabetischen Retinopathie weitgehend geschützt. Lassen Sie deshalb den HbA1c-Wert alle drei Monate durch Ihren Arzt bestimmen!

Blutdruck auf Normwerte

Besonders für Typ 2-Diabetiker gilt: der Blutdruck muss kontrolliert und falls nötig mit Medikamenten eingestellt werden, damit die angegriffenen oder neu gebildeten Kapillaren nicht reißen oder platzen können.
Aber auch wer einen normalen Blutdruck hat, sollte jeden Blutdruckanstieg – vor allem im Kopfbereich – vermeiden. Deshalb gilt:

  • kein Bücken, kein schweres Tragen
  • kein Kraftsport, kein starkes Pressen beim Stuhlgang

Eine Blutdrucksenkung ist bei etwa der Hälfte der Patienten – bei den so genannten salzsensitiven – auch durch eine salzarme Kost möglich.

Rauchen aufgeben

Unumgänglich ist auch der Verzicht auf Nikotin, denn Rauchen beschleunigt Veränderungen vor allem an den kleinen Blutgefäßen.

Das Trockene Auge

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Viele Menschen leiden heute ständig unter Augenbeschwerden wie Trockenheitsgefühl, Brennen, Reiben und Sandkorngefühl. Das Trockene Auge, auch als Sicca-Syndrom, Sjögren-Syndrom oder Dry-Eye bezeichnet, ist ein sehr komplexes Krankheitsgebiet. Insgesamt produziert das Auge täglich ein bis zwei Milliliter Tränenflüssigkeit, die das Auge ständig benetzt und sich mit jedem Lidschlag über die Augapfel-Oberfläche verteilt.

Der Tränenfilm setzt sich aus drei unterschiedlichen Schichten zusammen:

  • Äußere fetthaltige Lipidschicht – sie bewirkt die glatte Oberfläche des Tränenfilms und verhindert rasches Verdunsten.
  • Mittlere wässrige Schicht – sie dient dem Abtransport von Fremdkörpern und Abfallprodukten und transportiert außerdem den Sauerstoff zum Auge.
  • Mucinschicht – sie grenzt direkt an die Hornhaut und bildet den Untergrund und den Halt für die wässrige Schicht.

Bei jedem Lidschlag, also alle fünf bis zehn Sekunden, wird der von den Tränendrüsen gebildete Film gleichmäßig über das Auge verteilt und bleibt dort bis zum nächsten Lidschlag stabil. Der Tränenfilm macht die Oberfläche des Augapfels glatt und geschmeidig und ermöglicht eine gute Sehfunktion.

Ursachen von trockenen Augen

Die Entstehung des Sicca-Syndroms kann auf viele Ursachen zurückgeführt werden. Die Folgen sind die Verminderung der Tränenmenge oder eine veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms.Die Tränenfilm-Produktion vermindert sich in der Regel mit zunehmendem Alter. Stärker als Männer sind Frauen betroffen, da die hormonelle Umstellung nach den Wechseljahren auch die Sekretbildung beeinflusst. Bei bestimmten Krankheiten wie Leukämie, Mumps und chronischem Rheumatismus kann die Menge der produzierten Tränenflüssigkeit ebenfalls vermindert sein. Weitaus häufiger liegt trockenen Augen jedoch eine Störung der Filmzusammensetzung zugrunde. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist die Zusammensetzung der äußeren Lipidphase gestört, weitaus seltener die Zusammensetzung der wässrigen Phase. Dadurch reißt der Tränenfilm früher auf. Fehlstellungen der Lider führen ebenfalls zu einem trockenen Auge, da der Tränenfilm nicht mehr gleichmäßig über die Hornhaut verteilt werden kann. Weitere Ursachen:

  • Umweltbedingungen, wie z. B. Räume mit Klimaanlagen, Bildschirmarbeit
  • Mangelernährung, wie z. B. Vitamin-A-Mangel
  • Arzneimittel, wie einige Kontrazeptiva, Betablocker, Schlafmittel, Pilocarpin oder trizyclische Antidepressiva.

Das große Problem bei all diesen Störungen: Das Auge wird nicht mehr gleichmäßig benetzt, Keime und Erreger können leichter eindringen, so daß die Augen vermehrt infektionsgefährdet sind.

Symptome für trockene Augen

Die Symptome reichen von Augenrötung, Fremdkörpergefühl, Brennen, Juckreiz über Lichtempfindlichkeit, geschwollenen Augenlidern bis zu müden Augen. Es kommt zu diversen Unverträglichkeiten wie z.B. von Kontaktlinsen oder Kosmetika, Problemen am Bildschirm sowie roten, schmerzenden Augen durch Luftzug oder rauchiger Luft. Paradoxerweise kann es auch zu einem plötzlichen Tränen der Augen kommen, vor allem bei Wind, Rauch und hellem Licht. In der Regel sind beide Augen gleichermaßen davon betroffen. Falls Sie unter solchen Störungen leiden sollten, sollten Sie Ihren Augenarzt aufsuchen.

Das Trockene Auge – Behandlung und Tipps

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Behandlung von Trockenen Augen

Zur Behandlung des Sicca-Syndroms werden "künstliche Tränen" in flüssiger und in Gelform angewendet. Ausschlaggebend ist der Schweregrad der Benetzungsstörung. Sind die trockenen Augen mit Augentropfen nicht ausreichend therapierbar, können Gele eingesetzt werden, da sie den Tränenfilm dauerhaft stabilisieren.

Augentropfen richtig anwenden

Das Auge ist empfindlich gegen Keime, deshalb muss man vor dem Einträufeln der Tropfen die Hände waschen und jede Berührung der Augen mit der Tropfenspitze des Medikamenten-Fläschchens vermeiden.

Das Eintropfen der Augentropfen in das Auge geht am besten in entspannter, sitzender Haltung mit nach hinten geneigtem Kopf. Die Augen sehen nach oben und leicht zur Seite. Mit dem Finger das Unterlid sanft nach unten ziehen und einen Tropfen in den unteren Bindehautsack einträufeln. Danach das Lid für zehn Sekunden schließen, dabei das Auge aber nicht zukneifen. Immer nur einen Tropfen in das Auge einbringen, eventuell noch einmal nachtropfen. Künstliche Tränen sollten erst eine Viertelstunde nach anderen Medikamenten eingetropft werden.

Tipps gegen das Trockene Auge

Zuerst muss der Augenarzt die Diagnose erstellen und eine geeignete, individuelle Therapie vorschlagen.

  • Rauch, Staub und trockene Räume begünstigen die Entstehung trockener Augen, deshalb sollte auf entsprechende Umgebungsbedingungen geachtet werden.
  • In klimatisierten Räumen muss für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, beispielsweise durch einen Luftbefeuchter, gesorgt werden.
  • Beim Autofahren sollten Sie darauf achten, dass der Strahl des Gebläses nie direkt auf die Augen gerichtet ist.
  • Bei der Wahl ihrer Kosmetikprodukte auf reizarme Kosmetik achten.
  • Bei der Arbeit am Computer ist die Lidschlagfrequenz deutlich erniedrigt. Hier helfen regelmäßige Entspannungspausen, z. B. pro Stunde fünf Minuten den Arbeitsplatz verlassen.
  • Für eine ausreichende Trinkmenge sorgen (mindestens 2 Liter täglich).
  • Kontaktlinsen sollte man besser nicht tragen, wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte die Kontaktlinsen abwechselnd mit der Brille tragen. Wichtig ist dabei, immer mit Tropfen gut nachbenetzen.
  • Umweltbelastung durch Ozon und Abgase so gut es geht meiden.
  • Regelmäßige Überprüfung der Sehschärfe und regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt sollten zur Routine werden.
  • Und ganz wichtig: Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßig frische Luft!