Der kleine Unterschied im menschlichen Gehirn

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Können Männer wirklich nicht zuhören, und sind Frauen tatsächlich unfähig einzuparken? Forscher haben schon länger funktionelle Unterschiede zwischen beiden Hirnhälften entdeckt. Interessant ist, dass dieser “kleine Unterschied” zumindest einmal pro Monat bei den Frauen aufgehoben wird.
Einige kognitive Geschlechtsunterschiede sind wissenschaftlich belegt.

Zum Beispiel sind Frauen bei verbalen Fähigkeiten überlegen, bei denen es auf das schnelle Nennen von Zielwörtern ankommt. Männern dagegen fallen manche Aufgaben leichter, die besonders das räumliche Vorstellungsvermögen fordern.
Geschlechtsspezifische Unterschiede des Sprachvermögens und der visuellen Raumkognition sind also kein bösartiges Vorurteil, sondern wissenschaftliche Tatsache. Sie könnten das Ergebnis unterschiedlicher Erziehungsstile und/oder biologischer Faktoren sein. Für Letzteres spricht, dass sich weibliche und männliche Gehirne in ungefähr einem Dutzend anatomischer Merkmale unterscheiden.
Auf biologische Faktoren deuten auch Testergebnisse hin. Mit speziellen Versuchsanordnungen konnten Geschlechtsunterschiede nicht nur in verschiedenen Nationen, sondern auch über die letzten 30-40 Jahre hinweg recht konstant nachgewiesen werden, obwohl sich die Erziehungsstile in diesen Ländern und Zeitspannen extrem unterschieden.
Zudem erhöhen sich bei Männern, die nach einer Geschlechtsumwandlung zu Frauen werden, unter Einnahme weiblicher Sexualhormone die Sprachkompetenzen auf Kosten der Raumkognitionen. Genau die umgekehrte Entwicklung machen Frauen durch, die zu Männern werden.

Sind die Hormone schuld?

Es spricht viel dafür, dass die kognitiven Unterschiede zwischen Männern und Frauen zumindest zum Teil durch unterschiedliche hormonelle Faktoren entstehen können, die dann wahrscheinlich geschlechtsspezifische Hirnmechanismen nach sich ziehen.
Doch müssten dann nicht auch die hormonellen Schwankungen während des weiblichen Monatszyklus Veränderungen von kognitiven Leistungen erzeugen? Dieser Frage ist man nachgegangen und hat weiblichen Testpersonen, die keine Hormonpräparate wie z.B. die Pille einnehmen, zweimal während ihres Zyklus Aufgaben gestellt, bei denen Frauen meist schlechter abschneiden als Männer. Ein Testzeitpunkt lag während der Menstruation (2. Tag), wenn alle Sexualhormone auf dem Tiefpunkt sind. Die zweite Aufgabe wurde gestellt in der Lutealphase (22. Tag), in der der Hormonspiegel an Östradiol und Progesteron sehr hoch ist.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Wenn die weiblichen Sexualhormone ihren Tiefpunkt erreichten (2. Tag), war die Leistung der Frauen beim mentalen Rotations-Test ähnlich gut wie die der Männer. Stiegen aber die Hormone zum 22. Tag an, dann sank die Leistung dramatisch ab. Die untersuchten Frauen waren demnach in ihren visuell-räumlichen Fähigkeit nicht prinzipiell schlechter als die Männer – es kam nur drauf an, wann man sie testete!

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Da Sexualhormone vielfältige Einflüsse auf Hirnfunktionen haben, ist es nicht einfach, herauszufinden, welche dieser Funktionen bei den Versuchspersonen verändert wurden. Ein “aussichtsreicher Kandidat” sind die sog. zerebralen Asymmetrien – die Funktionsunterschiede zwischen der linken und der rechten Hirnhälfte. Die linke Hirnseite zeigt bei Menschen eine Überlegenheit verbaler Fähigkeiten, während die rechte eine Dominanz für visuell-räumliche Funktionen besitzt. Diese funktionellen Links-Rechts-Unterschiede sind bei Männern ausgeprägter als bei Frauen. Könnte es sein, dass Frauen und Männer sich kognitiv unterscheiden, weil die Asymmetrien ihrer Gehirne unterschiedlich sind? Doch dann müssten sich mit der Kognition auch die Hirnasymmetrien während des Monatszyklus verändern.
Untersucht wurden die Asymmetrien beim Menschen mit einem speziellen Experiment (“Visuelle Halbfeldtechnik”), das es ermöglicht, quasi nur einer Hirnhälfte Bilder zu zeigen: Wenn eine Versuchsperson ein Kreuz in der Monitormitte betrachtet, wird die Figur links vom Fixationskreuz nur von ihrer rechten Hirnhälfte gesehen. Sobald die Versuchsperson nach links blickt und die Figur zentral ansieht, nehmen natürlich beide Hirnhälften diesen Stimulus wahr. Für eine solche Blickbewegung brauchen Menschen ca. 200 Millisekunden. Verschwindet die seitliche Figur aber nach nur 180 Millisekunden vom Monitor, während die Versuchsperson noch auf das zentrale Fixationskreuz blickt, dann wird dieser lateralisierte Reiz nur von der rechten Hemisphäre wahrgenommen.

Was von links kommt: schnell erkannt

Im nächsten Schritt verglichen die Testpersonen verschiedene Figuren. Zunächst prägten sie sich eine zentral dargebotene abstrakte Figur einige Sekunden lang ein, sodass beide Hirnhälften diesen Reiz speicherten. Dann erschien anstelle der zentralen Figur kurz das Fixationskreuz. Anschließend wurde seitlich links oder rechts für 180 Millisekunden die gleiche oder eine andere Figur eingeblendet, während der Blick auf das Kreuz gerichtet blieb. Die Testperson entschied nun so schnell wie möglich per Tastendruck, ob es sich um die gleiche (G) oder eine ungleiche Figur (U) handelte.
In der Regel folgt die Antwort schneller und korrekter, wenn die zweite Figur auf dem Monitor links erschien, da die rechte Hemisphäre bei visuell-räumlichen Aufgaben überlegen ist. Dieses Ergebnis bestätigten die männlichen Versuchspersonen sowie Frauen während der Menstruation. Dagegen war bei den selben Frauen die Leistung ihrer beiden Hirnhälften während der Lutealphase seitengleich. Die cerebralen Asymmetrien für visuell-räumliche Aufgaben hatten sich tatsächlich während des Menstruationszyklus radikal verändert! Eine Reduktion der weiblichen Sexualhormone führt also sowohl zu einer Leistungssteigerung bei der mentalen Rotation als auch zu einer asymmetrischen Hirnorganisation. Auch bei Frauen nach der Menopause fanden sich Links-rechts-Unterschiede für visuell-räumliche Reize, die denen von Männern wie auch von Frauen während der Menstruation entsprachen.

Das Progesteron ist Schuld

Die Untersuchungen zeigten, dass sich die Asymmetrie vor allem mit den Schwankungen des Hormons Progesteron veränderte. Progesteron steigt zum 22. Tag des Monatszyklus an und fällt dann wieder ab. Im Gehirn verbessert Progesteron die Funktion der Rezeptoren für den hemmenden Botenstoff GABA und reduziert gleichzeitig die Aufnahme und Umsetzung des aktivierenden Botenstoffs Glutamat.
Insgesamt sollte Progesteron somit auf viele Hirnprozesse dämpfend wirken. Dabei könnte Progesteron die zerebralen Asymmetrien vor allem durch die Veränderung des Informationsaustausches zwischen den beiden Hirnhälften über die große Faserverbindung (Corpus callosum) verändern. Das Corpus callosum besteht aus über 200 Millionen Fasern und verbindet beide Hirnhälften miteinander. Die Nervenzellen, die das Corpus callosum bilden, verwenden fast ausschließlich Glutamat. Während der Lutealphase könnte das Progesteron somit die Wirksamkeit dieser Verbindung und damit zugleich die zerebralen Asymmetrien verringern. Wenn diese Überlegungen stimmen, müsste während des Menstruationszyklus die gesamte Erregbarkeit innerhalb der Hirnrinde schwanken. Doch wie kann man das nachweisen?

Die Erregbarkeit des menschlichen Gehirns

Mit Hilfe der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) lässt sich die Erregbarkeit des menschlichen Gehirns schonend untersuchen. Diese Methode wird seit mehr als zehn Jahren in der klinischen Neurologie als Diagnoseverfahren eingesetzt.
Durch eine spezielle Reiztechnik, bei der ein unterschwelliger TMS-Reiz wenige Millisekunden vor einem überschwelligen Testreiz gegeben wird, lässt sich die Erregbarkeit der Zielregionen im Gehirn untersuchen. Diese Methode stützt sich auf die Existenz von Zellverbänden innerhalb der Hirnrinde, die über ihre Synapsen einen hemmenden (inhibitorischen) Einfluss auf die nachgeschalteten Areale haben, während andere Neuronenverbände in der Nachbarschaft die nachgeschalteten Funktionsbereiche des Gehirns eher erregen. Beträgt der zeitliche Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Reiz nur 1 bis 4 Millisekunden, werden hauptsächlich die inhibitorischen GABA-Zellverbände aktiviert. Bei einem größeren zeitlichen Abstand von 8 bis 20 Millisekunden sind es dagegen die exzitatorischen Neuronenverbände, die Glutamat als Botenstoff einsetzen.

Sexualhormone dämpfen Aktivität von Nervenzellen

Die zeitliche Abfolge einer solchen Doppelreizmethode erlaubt eine Aussage bezüglich der aktuellen hemmenden und erregenden Zellaktivität in einer bestimmten Hirnregion. Mit einer vergleichbaren TMS-Technik wurde die Signalübertragung zwischen den beiden Hemisphären über das Corpus callosum untersucht.
Diese TMS-Doppelreiz-Methode wurde nun bei Frauen in unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus eingesetzt. Die Aktivität der hemmenden und erregenden Neuronenverbände zeigte dabei in den unterschiedlichen Zyklusphasen deutliche Schwankungen. So verringerte sich die Aktivität der erregenden Zellverbände bei hoher Konzentration der Sexualhormone Östradiol und Progesteron in der Lutealphase deutlich, während die hemmenden Zellverbände gleichzeitig aktiviert wurden. Hieraus resultierte insgesamt eine geringere Aktivierbarkeit bestimmter Hirnregionen. Gleichzeitig war eine Veränderung des Informationsaustausches zwischen den beiden Hemisphären über das Corpus callosum nachweisbar: In der Lutealphase verringerte sich die Signalvermittlung, was den Test-Ergebnissen der Visuellen Halbfeldtechnik entspricht.
Die mit sehr unterschiedlichen Verfahren gewonnenen Untersuchungsergebnisse belegen eindrucksvoll eine im Verlauf des weiblichen Zyklus durch Hormone bedingte wechselnde Asymmetrie der Hirnfunktion. Diese Schwankungen schlagen sich in tagtäglichen Funktionen nieder. Die Forschungsergebnisse zeigen nicht nur, dass sich “der kleine Unterschied” im Gehirn des Menschen objektiv begründen lässt, sondern dass dieser Unterschied hormonabhängig schwankt.
Quelle: MEDI-NETZ

Das kleine Kamasutra des Küssens

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Bis zu 100.000 Küsse teilt ein Mensch in einem 70-jährigen Leben aus. Diese Zärtlichkeiten sind gut angelegt: Küssen macht nämlich nicht nur Spaß, sondern ist auch gesund. Und wenn ein Kuss intensiv genug ist, verbraucht er sogar Kalorien.Ein eindringlicher Kuss stellt den Körper auf den Kopf und löst heftige chemische Reaktionen aus: Puls und Körpertemperatur schnellen in die Höhe, Stoffwechsel und Blutzirkulation werden angekurbelt, Glückshormone lassen Schmerzen vergessen, das Immunsystem läuft auf Hochtouren:

  • Der Blutdruck steigt auf 150 mm Hg.

  • 29 Geschichtsmuskeln werden bewegt.
  • Der Herzschlag steigt bei Männern auf 110 Schläge pro Minute, bei Frauen auf 108.
  • Die Nervenenden von Lippen und Zunge leiten die Reize über das zentrale Nervensystem direkt in die Geschlechtsorgane weiter.

Übrigens: Dass beim Küssen die Nasen nicht zusammenstoßen, hat einen einfachen Grund: Die meisten Menschen nähern sich instinktiv mit nach rechts geneigtem Kopf.

Küssen bewegt

Das Küssen hat auch schon viele Wissenschaftler zum Forschen animiert. Hier zahlreiche positive Fakten, die dadurch in den letzten Jahren ans Licht gekommen sind:

  • Küssen macht schlank: Ein einziger Zungenkuss verbrennt 12 Kalorien.
  • Vielküsser müssen seltener zum Arzt.
  • Am meisten geküsst wird im Monat Mai.
  • Küssen hilft Stress abzubauen. Das liegt daran, dass vermehrt Neurotransmitter im Gehirn gebildet werden.
  • Küssen bremst die Entstehung von Glukokortikoiden, den Stresshormonen. Auf diese Weise werden Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte gesenkt.
  • Küssen regt die Speichelbildung an. Das hat Vorteile für die Zähne, denn Speichel enthält Kalzium und das Spurenelement Phosphor. Vom Zahnschmelz aufgenommen, machen diese Substanzen ihn hart und stark gegen Karies.
  • Schmerzen können gelindert werden.
  • Wer viel küsst, stärkt sein Immunsystem und altert langsamer.
  • Der Kuss wirkt wie eine Art Schluckimpfung, die Küssende sich gegenseitig verpassen. Denn die im Speichel enthaltenen Bakterien sind zu 20 Prozent verschieden. Werden diese bei einem Kuss ausgetauscht, werden Impulse zur Bildung von Abwehrkräften und Antikörpern ausgesendet.
  • Küssen ist ein gutes Lungentraining: Statt 20 Atemzügen pro Minute sind es beim Kuss und einige Zeit danach bis zu 60. Ergebnis: Die Sauerstoffzufuhr wird erhöht und die Atemwege werden gestärkt.
  • Küssen kann Verspannungen lösen und einen lästigen Schluckauf beseitigen.

Können Küsse gefährlich sein?

Was beim einen der Abhärtung dient, kann für den anderen negative Folgen haben: So haben Forscher herausgefunden, dass das Bakterium Helicobacter pylori im Speichel vorkommen kann. Es verursacht nach Meinung von Wissenschaftlern viele Magengeschwüre, aber auch Magenschleimhautentzündungen und sogar Magenkrebs. Da Forscher eine weite Verbreitung des Bakteriums unter Ehepartnern fanden, liegt der Verdacht nahe, dass es übers Küssen ausgetauscht wird.
Aufpassen heißt es auch für Allergiker: Hat der Kusspartner allergieauslösende Nahrungsmittel auch nur in kleinsten Mengen zu sich genommen, kann ein intensiver Kuss kurz danach zu allergischen Reaktionen führen.

Enzyme – kleine Helfer mit großer Wirkung

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Die Verdauung des Menschen ist ein Wunderwerk. In Zahlen ausgedrückt: Sie verwertet im Laufe eines Lebens ganze 30 Tonnen feste Nahrung und 50 000 Liter Flüssigkeit. Und abgesehen vom Kauen laufen die Prozesse völlig selbstständig ab ohne dass sich der Mensch damit beschäftigen muss.
Vorausgesetzt natürlich, dass keine Beschwerden auftreten.

Das kann aber passieren. Denn zu fettes oder üppiges Essen machen Magen und Darm genauso Probleme wie das schnelle Hinunterschlingen in stressigen Phasen. Ältere Menschen, Diabetiker, Schwangere oder übergewichtige Menschen klagen häufiger über Verdauungsprobleme. Ein Grund hierfür kann ein Mangel an Enzymen sein, denn sie sind die Hauptdarsteller im Verdauungssystem.

Enzyme bei der Arbeit

Ob Brot, Fleisch, Obst oder Gemüse, der Mensch isst nicht nur aus Genuss, sondern auch um an Energie und Nährstoffe zu kommen. Aber wie gelangt etwa ein komplettes Käsebrötchen in den Körper? Dazu muss es zerkleinert werden. Die Verdauung fängt bereits im Mund an. Dort wird die Nahrung zunächst zermahlen und in die ersten Bausteine gespalten.
Dieser Prozess lässt sich sogar schmecken. Wer lang genug auf einem Stück Weißbrot kaut, wird merken, wie es langsam einen süßen Geschmack annimmt. Hierbei handelt es sich um die Arbeit von Enzymen, die im Speichel enthalten sind. Die so genannten Amylasen teilen die Stärke aus Brot, Kartoffeln oder Reis in ihre kleinsten Bestandteile – die Zuckermoleküle.

Fein zerkleinert

Beim Schlucken rutscht der Speisebrei weiter in den Magen, wo er gründlich gemischt und mit Verdauungssäften versetzt wird. Dazu gehören die Magensäure, die beispielsweise vorhandene Keime abtötet, aber auch eiweißspaltende Enzyme (Proteasen). Hat der Magen seine Arbeit erledigt, geht’s weiter in den Dünndarm, das Zentrum der Verdauung.
Hier werden dem Speisebrei gleich am Eingang des Darms noch zwei wichtige Flüssigkeiten zugesetzt: die Galle, zur Emulgierung der Fette, und ein Enzym-Cocktail aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Darin enthalten sind weitere Proteasen sowie Amylasen und Lipasen, die Fettverbindungen zerlegen. Denn nur die kleinsten Bausteine der menschlichen Nahrung können durch die Darmschleimhaut in den Organismus übergehen. Im Fall des Käsebrötchens sind das Zuckerbausteine aus dem Getreide, Aminosäuren aus dem Milcheiweiß sowie freie Fettsäuren aus der Butter. Darüber hinaus natürlich auch Vitamine und Mineralstoffe.

Unterstützung gefragt

Doch nicht immer verläuft dieser Prozess so einwandfrei. Werden die Nahrungsbestandteile nicht optimal zerlegt, äußert sich dies oft durch Blähungen, Völlegefühl oder Bauchschmerzen. Denn gelangen ungespaltene Kohlenhydrate und Eiweiße in den Dickdarm, verwertet sie die dort ansässige Darmflora – das sind nützliche Bakterien, die den Darm besiedeln. Dabei entstehen unter anderem Gase, die bis zu einem gewissen Grad normal sind, aber auch Beschwerden verursachen können. Um den unverdauten Speisebrei zu verdünnen, gibt der Organismus zum Teil auch Wasser in den Darm ab. Durchfall ist die Folge. Bei einer eingeschränkten Fettverdauung kann es darüber hinaus zu unangenehmen Fettstühlen kommen.
Um die Verdauungsarbeit zu verbessern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei vielen Menschen hilft bereits eine Änderung des Essverhaltens. Gut verträgliche Nahrung und kleinere Portionen sind die Mittel der Wahl. Sehr fette oder eiskalte Lebensmittel, Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln und Frittiertes sollten bei Beschwerden möglichst selten auf dem Speisezettel stehen. Besser sind fettarme Wurst- und Käsesorten, mageres Fleisch wie Geflügel oder Fisch und leicht verdauliches Gemüse wie Karotten, Kürbis, Zucchini oder Fenchel.
Auf Vollkornprodukte, die eine gesunde Verdauung unterstützen, sollte hingegen nicht verzichtet werden. Gut verträglich sind beispielsweise feinkrumige Brote wie Grahambrot, Vollkornnudeln oder Haferflocken. Anstatt drei großer Mahlzeiten empfehlen sich mehrere kleine. Denn so reichen die körpereigenen Enzyme eher aus, um eine Mahlzeit zu verdauen. Auch gutes Kauen erleichtert Magen und Darm die Arbeit. Zum einen werden Kohlenhydrate schon vorgespalten, zum anderen kommen die Enzyme besser an die fein zermahlenen Nahrungsbestandteile heran. Da Alkohol die Arbeit der Bauchspeicheldrüse negativ beeinflussen kann, sollte der Genuss eingeschränkt werden.

Enzyme zum Einnehmen

Kommt es trotz aller Vorsicht zu Verdauungsproblemen oder möchte man sich einfach mal ein Festmahl gönnen, helfen Enzympräparate aus der Apotheke schnell und zuverlässig. Allerdings sollten diese nicht dauerhaft eingenommen werden. Wer über einen längeren Zeitraum unter Magen-Darm-Beschwerden leidet, sollte sich auf jeden Fall vom Arzt untersuchen lassen, um Erkrankungen auszuschließen.