Zucker bei Diabetes – Ernährung für Diabetiker
Bei Diabetes mellitus gelangt kein Zucker in die Zelle
Diabetesmellitus ist eine Stoffwechselkrankheit: Der Körper produziert entweder kein Insulin mehr (Typ 1) oder die Zellen können es nicht mehr aufnehmen (Typ 2). Bei beiden Varianten kann der mit der Nahrung aufgenommene Zucker nicht ins Zellinnere gelangen und so auch nicht als Energielieferant oder Energiespeicher wirken.
Der aufgenommene Zucker wird stattdessen im Blut angereichert, der Blutzuckerspiegel steigt, und der Zucker wird ungenutzt mit dem Urin ausgeschieden.Diabetikern wurde daher jahrelang empfohlen, Zucker in der Nahrung streng zu kontrollieren oder auf Lebensmittel mit Zuckeraustauschstoffen wie Fructose zurückzugreifen. Doch Diabetes ist keine reine “Zuckerkrankheit”, sondern geht auch mit Störungen des Protein- und Fettstoffwechsels einher. Deshalb brauchen Diabetiker ganz individuelle Ernährungspläne. Neben normalen Blutzuckerwerten sind optimierte Blutfettwerte, normaler Blutdruck und normales Körpergewicht Ziele der Diabetes-Therapie. Eine ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung kann das schaffen. Auf dem täglichen Speisezettel der Diabetiker sollen also Obst, Gemüse und Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte stehen. Das gilt ebenso für Gesunde. Fette Wurst- und Käsesorten, Schokolade, Kuchen und Kartoffelchips sind für Diabetiker so gut wie tabu, gesunde Menschen dürfen gelegentlich daran naschen. Diabetiker sollten fettarme Milchprodukte und zum Kochen Öle statt Butter verwenden. Außerdem sollte ihre Nahrung nicht zu viel Kochsalz enthalten. Und Alkohol? Immerhin sind ein bis zwei Gläser Wein am Tag erlaubt.
Lebensmittel einheitlich kennzeichnen
Spezielle, “für Diabetiker geeignete” und als solche gekennzeichnete Lebensmittel sind dagegen entbehrlich. Dies gilt umso mehr, als die Kennzeichnung ihren Zweck nicht erfüllt: Es gibt eine Vielzahl anderer Lebensmittel, die für Diabetiker geeignet, als solche aber nicht gekennzeichnet sind. Mehr noch: Gremien der Europäischen Union beraten seit letztem Jahr in Brüssel über Gesetzesvorlagen von sogenannten Diabetiker-Lebensmitteln. Bisher existieren unterschiedliche nationale Regelungen. In Deutschland gibt es immer noch Lebensmittel mit der Aufschrift “für Diabetiker geeignet”. Diese sind jedoch nach wissenschaftlichen Erkenntnissen keineswegs für eine diabetesgerechte Ernährung zu empfehlen und schaden Diabetikern häufig. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und ihr Ausschuss Ernährung fordern deshalb, ebenso wie die International Diabetes Federation (IDF), europaweit diese Bezeichnung nicht mehr zuzulassen.Wie alle anderen Verbraucher auch würden Diabetiker von einer erweiterten, einheitlichen Nährwertkennzeichnung profitieren, wie sie derzeit auf europäischer Ebene diskutiert wird. Leicht verständliche Angaben nicht nur zu Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett, sondern auch zu Gesamtzucker, gesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Natrium oder Kochsalz auf verpackten Lebensmitteln würden die Auswahl geeigneter Produkte erleichtern.
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